Artikel Stadtblatt

 

Mit Verstand

Viola Wüste - Tierpsychologin

In ihrer Wohnung leben drei Katzen und ein Hund. Und die vier verstehen sich natürlich prächtig.
Kein Wunder - schliesslich wohnen sie mit einer Tierpsychologin zusammen.
Viola Wüste, ausgebildete Juristin, arbeitet seit 1998 in diesem seltsamen Job. Ihr Hund brachte sie auf die Fährte, eine Spezialausbildung an der Akademie für Tierheilkunde in der Schweiz zum Diplom.
Tierpsychologie ist kein Voodoo. "Es geht darum, die Ursachen für ein Verhaltensproblem bei einem Tier aufzuspüren. Dazu ist es notwendig, es in seiner gewohnten Umgebung genau zu beobachten und das individuelle Verhältnis zwischen Mensch und Tier zu analysieren."
Seit zwei Jahren kümmert sich Viola Wüste um die seelischen Probleme von Katzen und Hunden. Zudem kooperiert sie mit Tierärzten. Ihr Rat ist gefragt: die Katzenfutter-Marke "felix" engagierte die Expertin für eine Aktion.
Ein Blick in die Praxis: "Wenn ein Hundebesitzer Hilfe braucht, liegt meistens eine Schieflage in der Sozialrangordnung vor. Hunde sind Rudeltiere und brauchen Führung. Fühlt sich der Hund erstmal als "Chef" auf dem Sofa, dann wird Herrchen angeknurrt, sobald er sich dem Sofa nähert."
Hier beginnt die Arbeit der Tierpsychologin: In einer 2-3 stündigen Sitzung in der Wohnung des Halters wird das Problemverhalten analysiert und eine Therapie vorgestellt.
Auch Katzen machen Stress. "Sie sind im Gegensatz zu Hunden Individualisten.", erläutert Viola Wüste. "Einer Katze etwas abzugewöhnen bedeutet immer, ihr eine bessere Möglichkeit zu bieten." Nimmt sie zum Krallenwetzen die Gardine, muss ein Kratzbaum her. Die Osnabrückerin kennt die tierischen Bedürfnisse sehr genau. Damit es Mensch und Tier besser miteinander aushalten, sind "Dolmetscher" wie Viola Wüste durchaus sinnvoll und wichtig.

Text: Mario Schwegmann